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"TEUFEL IM LEIB" FONOFORUM 05.2010
"WELTLÄUFIGES AUS DEM KLOSTERARCHIV" CONCERTO April-Mai 2010
"EL MISTERIOSO SEÑOR MOUTHON" DIVERDI MAGAZIN 04.2010
RADIO STAFANSDOM
rbb KULTURRADIO 23.02.2010
KLASSIEK CENTRAAL MUZIEKBOETIEK


Fonoforum 5-2010
Teufel im Leib

Schon die präzise herausgehauenen Akkordschläge zu Beginn des ersten der hier vorgelegten Miniaturkonzene lassen einen unweigerlich noch einmal im Booklet nach dem Komponistennamen suchen. Charles Mouthon? War der nicht Lautenist und in Paris tätig? Wie aber passt dann diese ungemein affektive und zudem italienisch orientierte Musik zu diesem Komponisten?

Wahrscheinlich gar nicht. Ein Bookletkapitel überschreibt Gunar Letzbor entsprechend als „Rätsel Dell Sign. Mouthon“, denn an die Richtigkeit der Zuschreibung will auch er nicht wirklich glauben. Und doch handelt es sich durchaus um eine veritable Entdeckung. Um diese  zu goutieren, braucht es keines Anwalts, der wie Letzbor im Booklet das Neue in der Alten Musik aufzuzeigen versucht. Ohne derartige Aspekte des Neuen wäre die Alte-Musik-Bewegung wohl gar nicht erst ins Rollen gekommen.

Mit einer durchschnittlichen Dauer von etwa sechs Minuten bei in der Regel fünf kontrastierenden Satzabschnitten riechen die Konzerte noch ziemlich nach dem 17. Jahrhundert. Manchmal, wie im Mittelsatz des zweiten oder im Schlusssatz des siebten Konzerts, fühlt man sich als Hörer allerdings  bereits an Albinoni oder gar Vivaldi erinnert. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Mitglieder der Ars Antiqua Austria mitunter so spielen, als säße ihnen der Teufel im Leib. Da klingt dann vielleicht manches moderner, als es der Notentext erkennen lässt. Wenn dann der Mittelsatz des sechsten Konzerts derart fetzig und poppig interpretiert wird, dass manch ein Flamencospieler Mühe hätte mitzuhalten, so wirkt das nicht nur reichlich „neu“, sondern macht auch richtig Spaß. Die insgesamt eher explosive Musizierhaltung wäre noch effektvoller, würde nicht manchmal die Begleitung etwas zu zirpig ausfallen.
Reinmar Emmans

Mouthon. 10 Concerti a 5;
Ars Antiqua Austria, Gunar Letzbor (2009);
Challenge/SM CD 608917233629 (60')

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CONCERTO April-Mai 2010

Weltläufiges aus dem Klosterarchiv

Charles Mouthon: The Mystery of Sign. Mouthon.
10 Cocnerti à 5 (Manuskript aus dem Stiftsarchiv Kremsmünster)
.
Ars Antiqua Austria, Ltg. Gunar Letzbor (Vl.).
Challenge Classics (72336) @2010 (Vertrieb SunnyMoon) CD

Da fanden sich also im Stiftsarchiv von Kremsmünster fünf Stimmhefte mit Streicherkonzerten eines Sign: Mouthon für zwei Violinen, zwei Gamben und Bass. Steckt womöglich der prominente Pariser Lautenist Charles Mouton (1626-1699) dahinter? Oder hat ihm irgendjemand diese Konzerte untergeschoben? Vielleicht war aber auch ein ganz anderer Monsieur Mouthon dereinst in oberösterreichischen klösterlichen Gefilden unterwegs. Alles ist möglich: Groß war die politische Affinität zwischen Kaiserreich und den Franzosen zwar nicht, aber da waren auch nicht wenig künstlerische Offenheit und Neugier. Warum also nicht annehmen, dass tatsächlich „dieser“ Charles Mouton der Urheber solch spiel-launiger Concerti ist? Mouton war in seiner Jugend in Turin tätig, er kannte also auch die italienischen Moden. Virtuosen im süddeutsch-österreichischen Raum, täglich mit Schmelzer, Biber und dergleichen technisch und rhetorisch herausgefordert, mögen jedenfalls gerne „fremdgegangen“ sein. Die melodisch einfallsreichen und in ihren GesprächsfloskeIn inspirierten Einzelsätze überschreiten kaum einmal anderthalb Minuten Spieldauer.

Man sollte solche Musik immer als das nehmen, was sie ist: effektvolles „Alltagsmaterial“, fingerfertigen Streichern in die Bögen geschrieben. Selbst wenn man die Concerti von eins bis zehn durchhört, wird die Sache nicht langweilig. Das liegt aber auch an Gunar Letzbor und seiner Ars Antiqua Austria. Die sind immer auf der Suche nach Neuem. Als Letzbor im Vorjahr den ersten Biber-Wettbewerb im Stift St. Florian bei Linz leitete, hat er den Teilnehmern eindringlich ins Gewissen geredet: Die Beschäftigung mit Barockmusik dürfe nichts mit bloßer Wiederholung und schon gar nichts mit Routine zu tun haben. Noten frisch aus dem Archiv herzunehmen, also eigentlich „neuer“ Musik ihre Klanglichkeit wieder zu schenken, darum gehe es. Letzbor selbst zieht die Konsequenzen aus dieser seiner Forderung nach unabdingbarem Forscher- und Wiedererweckungsgeist: Nach zwanzig Jahren hat er Ars Antiqua Austria mit „Ensemble für neue Barockmusik“ untertitelt.

Neue Barockmusik: Dafür taugen diese fünfstimmigen Geigen- / Gambenkonzerte allemal. Ein etwas altmodischer Consort-Geist und eher typisch italienisches Konzertieren werden zu einer stimmigen Symbiose geführt. Letzbor und die Seinen setzen auf starke Tempo-Kontraste und lassen schon mal die Bögen hurtig springen. Ein verbindlicher Stilbefund ist da kaum abzugeben. Es ist aber auch völlig egal, ob vom Pariser Lauten-Mouthon oder einem ganz anderen: Wieder hat Gunar Letzbor, der so manchem barocken Geigen-Unikum aus dem österreichischen Raum zu neuen Ehren gehoben hat, etwas erschlossen, das zu kennen sich lohnt.
Reinhard Kriechbaum

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Diverdi Magazine 4-2010

CHALLENGE RECORDS - CC 72336
The Mistery of Sign. Mouthon
10 concerti á 5

Intérpretes
Ars Antiqua Austria Gunar Letzbor, director

En los archivos de la Abadía de Kremsmünster se conserva el manuscrito de unos conciertos para cuerdas atribuido a un oscuro “Sign. Mouthon”. Sea quien sea el autor, estos diez conciertos son piezas sorprendentes. El estilo italianizante ofrece pasajes de intenso vigor rítmico, que llega al paroxismo en ciertos episodios de gran originalidad cuyo carácter trepidante y extremado deja boquiabierto al oyente. La identidad del sr. Mouthon sigue siendo un misterio, pero estamos seguros de que Letzbor y Ars Antiqua Austria nos lo han dicho absolutamente todo sobre su música.

It is not sure if lutenist Mouton and composer Mouthon where the same people. What we do know if that this music from the 17th century is unknown music from Austria played by the early music specialist ensemble Ars Antique Austria (a group of musicians that plays music from the wealth of pieces that has been handed over to us from Austria and which is now uncovered bit by bit). This is enchanting music, a richness uncovered that discovers us the obscure figure of one of the best-kept secrets of all 17th century! It’s a privilege for us to listen to the wonderful music of Sign. Mouthon!

EL MISTERIOSO SEÑOR MOUTHON

En los archivos de la Abadía de Kremsmünster, en la Alta Austria, se conserva el manuscrito de unos conciertos para cuerdas, cuya paternidad se atribuye a un oscuro “Sign. Mouthon”. El apellido parece coincidir con el del compositor francés Charles Mouton (1626-hacia 1699), de quien sólo nos ha llegado una serie de piezas para laúd bien asentadas en la tradición francesa de los Gallot y Gaultier. Gunar Letzbor reconstruye en las notas del disco la biografía de Mouton y sugiere una posible relación entre los conciertos y la estancia del músico en Turín hasta 1678. Sin embargo, las cosas están menos claras cuando uno se pone a escuchar las piezas. Y es que resulta bastante problemático establecer cualquier tipo de conexión entre el repertorio conocido de Mouton y estos conciertos, cuyo estilo se aproxima más bien al de los primeros conciertos del Norte de Italia escritos entre finales del siglo XVII y primeros años del XVIII. El propio Letzbor deja abierta la puerta a dos posibilidades: que el “señor Mouthon” sea en realidad un músico todavía desconocido, o que la atribución del manuscrito sea errónea.
Sea quien sea el autor, estos diez conciertos son piezas de indudable interés y ofrecen no pocas sorpresas. La escritura a cinco partes (2 violines, 2 violas y bajo) es compacta – con empleo frecuente de pasajes imitativos – y sólo en ocasiones muy puntuales los dos violines adquieren un papel de solistas. El número de movimientos oscila entre cuatro y siete (siendo la estructura en cinco movimientos la más utilizada), con alternancia de tempi rápidos y lentos.
El estilo posee rasgos claramente italianos y ofrece momentos de intenso vigor rítmico (segundo allegro del Concierto II, allegro final del Concierto III, arranque del Concierto VIII…). Ese vigor rítmico alcanza picos de paroxismo en algunos episodios de gran originalidad cuyo carácter trepidante y extremado deja boquiabierto al oyente. ¿Cómo definir el segundo allegro del Concierto Concierto VI? ¿De dónde procede esta especie de zapateado barroco? Con buen criterio, la siempre perfecta traducción instrumental de Ars Antiqua Austria roza aquí el salvajismo, llevándonos a escenarios populares donde a uno le entra la tentación de sacar las castañuelas y ponerse a bailar, como a veces ocurre con las sonatas de Scarlatti. La identidad del señor Mouthon sigue siendo un misterio, pero podemos estar seguros de que Letzbor y sus huestes nos lo han dicho absolutamente todo sobre su música.

Stefano Russomanno

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107,3 Radiostephansdomhttp://www.radiostephansdom.at/aktuell/articles/2010/03/26/a7224/detailinfo

The Mystery of Sign. Mouthon.
The Mystery of Sign. Mouthon Ars Antiqua Austria Challenge Classics 72336 Ein Titel, der viel Stoff zu Spekulationen gibt: "The Mystery of Sign. Mouthon" heißt die aktuelle CD-Produktion des Ensemble Ars Antiqua Austria von Geiger Gunar Letzbor und verrät auf den ersten Blick nicht, welcher Provenienz die hier eingespielte Ensemblemusik ist. Auf den zweiten Blick übrigens auch nicht, und selbst demjenigen, der sich weiter in die Materie vertiefen möchte sei an dieser Stelle schon verraten: es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich die Schleier der Geschichte über diesen Werken niemals vollständig lüften werden. Es ist neue "Alte Musik", aber auch alte "Neue Musik", meint Gründer Gunar Letzbor, der es sich gemeinsam mit seinen Musikern zur Aufgabe gemacht hat "mit offenen Seelen und Herzen mit allen in der Gegenwart verfügbaren Ausdruckswerten in phantasievoller Weise" zu musizieren, und dadurch für einen flüchtigen Moment "Neue Musik" entstehen zu lassen. Gefunden wurden die ingesamt zehn Werke im Stiftsarchiv von Kremsmünster als "Concerto à 5 dell Sing. Mouthon", vielleicht ein Hinweis auf den Franzosen Charles Mouton (1629-1699)? Französische Ensemblemusik vor 1700 ist in Österreich sind spärlich, zwar weisen die hier vorgelegten Konzerte eine typische fünfstimmige Besetzung auf, in ihrer Form gleichen sie jedoch eher italienschen Vorbildern.

Spiritzige kurze Sätze prägen das Bild dieser nur rund fünf Minuten dauernden Konzerte, ziehen alle Aufmerksamkeit durch die ungestüme Interpretation von Ars Antiqua Austria auf sich. Schon im April vergangenen Jahres, als das Ensemble diese barocken Fundstücke erstmals im Konzert präsentierte, titelten Zeitungen "Unter dem Staub liegen Schätze verborgen". Schätze, die vielleicht sogar aus der Feder eines österreichischen Meisters stammen? Auch wenn die Anfänge dieser Musik im Dunkeln liegen, die Gegenwart strahlt in hellstem Glanz, dank Gunar Letzbor und seinem  Ensemble Ars Antiqua Austria. (sr)

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rbb Kulturradio vom 23.02.2010

"The Mystery of Sign. Mouthon"
10 Concerti à 5

Mit Freuden vernimmt man im Beiheft den ersten Ansatz, den Begriff Alte Musik terminologisch auszumerzen: "Wir versuchen, möglichst oft 'Neue Musik' zu spielen. So gesehen ist die relative Unbekanntheit der österreichischen Barockmusik für uns ein großer Segen. Bei jeder Wiederholung eines Musikstücks nützt sich der erfinderische Effekt des Musizierens unbekannter, neuer musikalischer Ideen ab. Es ist also wichtig, Programme nicht zu oft wiederzugeben. […] Wir haben beschlossen, unser Ensemble ab 2010 umzubenennen. Bisher musizierten wir unter dem Namen 'Ars Antiqua Austria – Kultur des Klanges'. […] In Zukunft nennen wir uns 'Ars Antiqua Austria – Ensemble für neue Barockmusik'. Wir laden unser Publikum ein, das Wagnis einer Konfrontation mit 'Neuer Musik' zu wagen, Erlebnisse der besonderen Art. Sind dabei vorprogrammiert." (Gunar Letzbor)

Und dazu gehört gewiss auch das Repertoire der vorliegenden CD. Sie wurden erst unlängst im Stiftsarchiv von Kremsmünster aufgefunden. Aus stilistischen Gründen ist es mehr als fraglich, dass der vollständige Name des Komponisten Charles Mouton lautet. Dieser Lautenist – ein Schüler von Denis Gaultier – war seit 1678 in Paris ansässig und als Virtuose und Pädagoge hoch berühmt. Die 10 Concerti (eher Ensemble-Sonaten ohne ein dominierendes Instrument) verweisen von ihrem ganzen Gepräge her nach Italien. In der französischen Barockmusik dominiert das Dezent-Figürliche. In der italienischen das zupackend Affektive, so auch in diesen Concerti. Diesen Aspekt vermag das Ensemble, das technisch und stilistisch auf höchstem Niveau musiziert, höchst eindrücklich zu verlebendigen.
Bernhard Morbach, kulturradio

Bewertung: KKKKK (grossartig)
Mehr Informationen zum Thema:
"The Mystery of Sign. Mouthon"
10 Concerti à 5
Ars Antiqua Austria – Ensemble for New Baroque Music
Gunar Letzbor, Violine und Leitung
Challenge Classics
CC 72336

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Klassiek Centraal Muziekboetiek.webarchive


The Mystery of Sign. Mouthon
Ars Antique Austria onder leiding van Günar Letzbor speelt op deze nieuwe cd van Challenge Classics 10 concerti à 5 van Charles Mouton (1626-1699?). Mouton is in 1699 mogelijk verdwenen want men kent de datum noch de plaats van overlijden. Een mysterie dus. Minder mysterie verhult zijn muziek. Het is barokke kamermuziek geschreven om mensen op te vrolijken. Gunar Letzbor laat zich toch ook wel meeslepen in de hedendaagse barokvreemde uitvoeringen van de barokmuziek. Teveel gedreun en snedig afgehakte noten (het zijn geen staccato's) en dan weer slepende andante aandoende fletse zinnen die wel meer aanspreken. Je hoort dat hij zijn mosterd haalde bij Nicolaus Harnoncourt en Reinhart Goebel maar toch krijgen we niet dat enthousiasme en onvoorwaardelijk gaan voor muzikale finesse. Hier wordt al te veel geïnterpreteerd om mee te gaan met de huidige tijd en dat is verkeerd. Het maakt zinsneden regelmatig tot echte te korte sneden, scherp en niet zo genietbaar en bovendien zijn alle natuurlijke uitklinktonen weggezuiverd bij de opname wat de cd droog maakt en onrealistisch doet klinken. Jammer, ik ben niet aangesproken door deze opname die zoveel rijker had kunnen en moeten klinken. Inlegboekje zonder Nederlands, wel Engels, Duits en Frans.
CC72336
Ludwig Van Mechelen 22.2.10


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