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KLANG DER KULTUREN:
BÖHMEN

Ars Antiqua Austria, Gunar Letzbor
Symphonia SY 05216 (Live-Mitschnitt, 2004; 65')

Der Titel dieser Rezension ist auch der Untertitel der Reihe Aufnahmen, die Ars Antiqua Austria für das italienische Label Symphonia macht. Die 5. Folge ist der Musik in Böhmen gewidmet - vor allem vom späten 17. Jahrhundert bis zum Ende der klassischen Ära einer der fruchtbarsten Regionen der europäischen Musikkultur. Im 18. Jahrhundert waren vor allem Hornisten aus Böhmen berühmt, und deswegen dürfen Kompositionen mit Horn hier nicht fehlen. Neben einigen anonymen Stücken erklingt ein Konzert für zwei Hörner, zwei Violinen und B.c. von Frantisek Vaclav Habermann, einem heute völlig vergessenen Komponisten, in seiner Zeit aber so bekannt, dass Händel Motive aus seiner Sammlung von sechs Messen Opus 1 für eigene Kompositionen verwendete. Es wird auch ein Trio für Violine, Laute und B.c. von Vivaldi gespielt, das einem Grafen aus Prag gewidmet ist, und es ist nicht unmöglich, dass Vivaldi persönlich Böhmen besucht hat. Ars Antiqua Austria hat hier eine sehr interessante Einspielung vorgelegt, die auch musikalisch gelungen ist. Dass es sich hier um einen Live-Mitschnitt handelt, hört man, aber das (Lübecker) Publikum hat sich vorbildlich benommen.

Johan van Veen

TOCCATA, 30/2007

 

 

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